Burn Out

Burn Out ist leider ein Begriff, der in der heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung gewinnt. Burn Out findet man immer wieder in der unmittelbaren Nähe von Begriffen wie Leistungsgesellschaft, Druck, Anspannung, Überforderung und Erschöpfung. Der Begriff Burn Out fasst viele Symptome zusammen und ermöglicht den Betroffenen, Ihrem Zustand einen Namen zu geben. Aber nicht jede Erschöpfung ist ein sogenannter Burn Out.

Die Burn Out Diagnose gibt es im medizinischen Sinne nicht. Es findet sich nicht in medizinischen Fachbüchern, wie dem Pschyrembel. So gesehen, gibt es keine Diagnose Burn Out, die eine internationale Akzeptanz bekommt. Aber immer mehr Menschen, in verschiedenen Berufen und Leistungsgruppen, wähnen sich in einem Burn Out.

Diese Menschen stehen am Abgrund, zeigen eine große Erschöpfung, werden unaufmerksam und sind nicht mehr in der Lage, einfache Tätigkeiten in Ihrem normalen Alltagsleben befriedigend zu erledigen. Auch Probleme mit dem Schlaf stellen sich bei vielen dieser Menschen ein. Mit dem Schlafproblem werden natürlich auch die Probleme bei Tag größer. Ein Kreislauf, der fast zwangsläufig zu einem körperlichen und seelischen Zusammenbruch führt. Nach und nach lassen die Leistung und die Kreativität spürbar nach.

Am meisten sind von diesen Geschehnissen die sogenannten Arbeitstiere betroffen, oder die sogenannten Workaholic. Diese sogenannten Arbeitssüchtigen planen und organisieren ständige neue Aufgaben, obwohl Sie in dieser Zeit eigentlich kürzer treten und sich eine Auszeit gönnen könnten. Scheinbar zwanghaft suchen diese Menschen in Ihrer Arbeit die Bestätigung, die sie so dringend benötigen. Soziale Kontakte werden immer weniger, bis sie sich total von anderen Menschen distanzieren. Nach Jahren dieser Lebensweise kommt es kompromisslos zu einem Zusammenbruch, oder der heutigen Beschreibung eines Burn Out.

Aber nicht Arbeitswütige kommen in die Gefahr eines Burn Out, sondern auch ganz normale Arbeitnehmer, die einfach in einem Beruf tätig sind, der eine große Arbeitsbelastung und eine hohe Intensität von seinem Arbeitnehmer verlangt, gleichzeitig aber auch sehr geringe Möglichkeiten zur Gestaltung der Arbeit bietet.

Auch muss der Mensch lernen, in gewissen Situationen abzuschalten. Man darf aber auf keinen Fall den Fehler machen und Burn Out als Deckungsschild für eine unangenehmere Krankheit, wie eine Depression, zu benutzen. Wenn sich so fest hinter dem Begriff Burn Out versteckt, kann es sein, dass eine wirkungsvollere Therapie unterlassen wird und damit das Krankheitsbild verschlechtert wird.

Deshalb sollten die Krankheitssymptome unbedingt mit einem Facharzt durchgesprochen werden, um klarzustellen, ob es sich um eine kurzzeitige Erschöpfung oder eine beginnende Depression handelt. Wenn dies von ärztlicher Seite festgestellt ist, dann kann der Kranke auch eine Hilfe erwarten, die eine bessere Behandlung verspricht, als sich selbst als Opfer eines Burn Out zu diagnostizieren und damit einen schlechteren Krankheitsverlauf Vorschub zu leisten.